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Blindheit und Mediennutzung

Blinde Menschen beklagen, dass es zu wenige Blindenbibliotheken und Einrichtungen gibt, die ihrer Behinderung Rechnung tragen. Doch genau die sind notwendig, um Blinde und Sehbehinderte besser in die Gesellschaft zu integrieren. Die Schädigung der Augen führt zum Verlust der Sehkraft, aber ebenso zum Angewiesen sein auf Hilfsmittel. Das zieht erhebliche Benachteiligungen nach sich. Die Sehbehinderung oder Blindheit zeigt sich auch in der sozialen Identität.

Nachdem Blinde oder hochgradig Sehbehinderte noch bis ins 19. Jahrhundert hinein keine qualifizierten Arbeiten ausüben konnten, brachte Louis Brille 1825 deutlich Fortschritt, indem er durch die Erfindung der Punktschrift geistige Förderung möglich machte. Mit dem Wirtschaftsaufschwung der 1950er Jahre konnten Blinde auch verstärkt in der Industrie arbeiten.

Der technische Fortschritt brachte auch für Blinde Verbesserungen

Durch die Entwicklung von Computern begann auch für Blinde ein neues Zeitalter und sie nutzten Computer intensiv. Von Geburt an blinde Menschen gehen deutlich selbstverständlicher mit dem Medium um als später Erblindete. Auch streben sie öfter ein Studium an als es bei später Erblindeten der Fall ist.

Wer erst im Alter, z.B. infolge von Diabetes, erblindet, tut sich deutlich schwerer mit dem Lernen. Das trifft auch auf das Erlernen der Brailleschrift zu. Von den sehbehinderten Menschen über 66 Jahren beherrschende lediglich 7 % die Blindenschrift, vom Betroffenen unter 45 Jahren immerhin 72 %. Dennoch sind nur knapp 30 % aller blinden Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland berufstätig. Die meisten von ihnen beziehen eine Rente. Die höchste Quote blinder Erwerbstätiger war liegt in der Altersgruppe zwischen 21 und 49 Jahren. Berufe in der Telekom Indikation nehmen hier die Spitzenposition ein. Danach folgen therapeutische Berufe wie Physiotherapeut, Bademeister oder Masseur.

Mehrkosten für die Vertonung von Medien

Da die meisten uns umgebenden Informationen mit dem Auge aufgenommen werden, wirkt sich eine starke Sehbehinderung besonders nachteilig aus. Grundsätzlich ist die Mediennutzung von blinden Menschen mit erheblich höherem Zeit- und Kostenaufwand verbunden als die von Sehenden. Es wird zum Beispiel mehr Technik benötigt, da Medien in eine andere Darstellungsform übertragen werden müssen.

Zur Produktion eines Hörbuchs wird ein vollständiges Buch gesprochen und auf ein digitales Medium übertragen. Der Blinde kann den gleichen Inhalt beziehen der Sehende. Ein Hörbuch für Sehbehinderte wird jedoch nicht grundsätzlich von professionellen Sprechern vorgelesen und musikalisch unterlegt. In der Regel übernehmen diese Aufgabe ehrenamtliche Sprecher. Hörbücher für Blinde sind meist über private Initiativen und Blindenverbände erhältlich, also gemeinnützige Einrichtungen, die staatlich gefördert werden und von Spenden abhängig sind. So finden sich im Zentralkatalog für Hörbücher lediglich 50.000 Titel, erstellt in einem Zeitraum von 50 Jahren. Im Zentralkatalog für schriftliche Blindenmedien sind es immerhin 60.000 Werke.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob es Verlage und TV-Sender als ihre gesellschaftliche Pflicht betrachten, ihre Inhalte einer nicht sehenden Randgruppe zugänglich zu machen. Bisher gehen die Impulse meist von Blindenverbänden und Institutionen aus. Auch existiert bis dato noch kein Zentralkatalog, der Hörzeitschriften, digitale Zeitungen und Punktzeitungen insgesamt erfasst. Ein Blinder kann sich daher keine genauen Informationen darüber beschaffen, welches Medium in welcher Form und von welcher Einrichtung angeboten wird.

Bessere Technik für leichtere Mediennutzung

Immer häufiger produzieren auch die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten Hörfilme oder zumindest Filme mit akustischen Untertiteln. Obwohl das Radio von Sehenden und blinden Menschen gleichermaßen genutzt werden kann, hat Deutschland ein spezifisches Blindenangebot, das besonders auf die Belange von sehbehinderten Menschen eingeht. Sie haben auch die Möglichkeit der Programm-Mitgestaltung.

Heute ist die Mediennutzung von Blinden stark mit dem Einsatz technischer Hilfsmittel verknüpft und bringt deutliche Erleichterungen. Dank der Technik sind sie viel weniger auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen als noch vor 20 Jahren. Gleichzeitig existiert eine eigene Medienwelt für Blinde, die von Sehenden kaum wahrgenommen wird.

Blindheit bei spirituellen Tätigkeiten wie Meditation

Aufgrund ihrer körperlichen Behinderung haben Blinde natürlich mit einigen Nachteilen im Alltag umzugehen. Die hier thematisierten Nachteile der Mediennutzung für Blinde sind dabei nur ein Beispiel von vielen. Es gibt jedoch auch ein paar Vorteile, die Blinde ihren sehenden Mitmenschen voraus haben: Die Einschränkung der Sinne auf das Gehör, das Riechen und das Fühlen führt zu einer Schärfung der Sinne. So ist es oft zu beobachten, dass Blinde beim Meditieren bereits Voraussetzungen mitbringen, die Nicht-Blinde erst mühsam erlernen müssen. Die besondere Ausprägung der Sinne ist nicht nur im Hinblick auf Meditation hilfreich, sondern auch in anderen esoterischen Bereichen von Vorteil. Auch für esoterische Praktiken wie das Lesen von Aura und Chakren ist die besondere Schärfung der Sinne von Blinden bessere Voraussetzung als bei "sehenden" Menschen.